Laktoseintoleranz

Eine Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Bei Personen mit Laktoseintoleranz können nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten Blähungen und Verdauungsbeschwerden auftreten. Allein in der Schweiz haben ungefähr 17% der Bevölkerung eine Laktoseintoleranz.
Die Betroffenen können die in Milchprodukten vorhandene Laktose nicht oder nur teilweise verdauen. Dies liegt an einer verminderten oder fehlenden Produktion des Enzyms Lactase. Dieses Verdauungsenzym spaltet die Laktose normalerweise in ihre verdaulichen Bestandteile. Geschieht dies nicht, gelangt die Laktose unverdaut in den Dickdarm. Dort wird sie von Darmbakterien vergärt. Es entstehen unter anderem Methan und Kohlendioxid, die nach dem Genuss von laktosehaltigen Produkten die typischen Befindlichkeitsstörungen wie Blähungen und Verdauungsbeschwerden auslösen.
In welchem Ausmass und mit welcher Geschwindigkeit die Lactaseproduktion im Laufe des Lebens abnimmt, unterscheidet sich von Region zu Region beträchtlich: In Südostasien und China fehlt beispielsweise über 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung das Enzym zur Spaltung des Milchzuckers gänzlich.

Laktose

Laktose (Milchzucker) ist ein natürlicher Bestandteil von Milch und befindet sich in sehr vielen Lebensmitteln, z.B. Butter, Milch, Quark, Joghurt, Käse, Rahm, Eis etc. Auch Produkte, von denen man es nicht erwartet, können Laktose enthalten, z.B. Brot, Fertiggerichte, Saucen oder sogar Medikamente.

Damit die Laktose im Körper verwertet werden kann, muss sie während der Verdauung in die beiden Einfachzucker Galaktose und Glucose (Traubenzucker) gespalten werden. Diese Aufgabe übernimmt normalerweise das körpereigene Enzym Lactase, welches im Dünndarm gebildet wird.

 

Formen der Laktoseintoleranz:

Primärer Lactasemangel

Der primäre Lactasemangel stellt die häufigste Form der Laktoseintoleranz dar. Man versteht darunter die natürliche Form der Milchzuckerunverträglichkeit, die einen Grossteil der Weltbevölkerung im Erwachsenenalter betrifft. Dies liegt daran, dass  die Lactaseproduktion bei den meisten Menschen mit zunehmendem Alter genetisch bedingt abnimmt. Bei Neugeborenen ist die Lactase-Aktivität im Körper am höchsten – ca. 10x so hoch wie bei Erwachsenen. Danach sinkt sie stetig. Es ist also eigentlich vollkommen normal, im Laufe seines Lebens eine Laktoseintoleranz zu entwickeln.

Sekundärer Lactasemangel

Eine Schädigung der Dünndarmschleimhaut und damit der lactaseproduzierenden Zellen kann zum sekundären Lactasemangel führen. Die sekundäre oder „erworbene“  Lactoseintoleranz ist also nicht genetisch bedingt. Mögliche Ursachen können Infektionen des Dünndarms, eine Darmoperation oder z.B. die Einnahme von Antibiotika über einen längeren Zeitraum sein.

Angeborener Lactasemangel

Beim angeborenen Lactasemangel handelt es sich um einen sehr seltenen Gendefekt. Schon im Säuglingsalter produziert der Körper nur sehr geringe Mengen oder gar keine Lactase im Dünndarm.

 

 

 

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